Wandern auf Lanzarote – in einer anderen Welt

Wenn man an Wandern denkt, sinniert man meist über grüne Wälder, Berge, Seen und Auen. Wenn man an Lanzarote denkt, visualisiert man rote Erde, schwarzen Sand und karge Landschaft. Wie lässt sich beides vereinbaren? Excellent!! Jedoch ist es ein Wandern auf Lanzarote der „anderen Art“, man fühlt sich tatsächlich oftmals wie „auf einem anderen Planeten“.

Hunderte Vulkane haben zum Entstehen der Insel beigetragen, noch im 18. und 19. Jahrhundert wurden größere Aktivitäten aufgezeichnet. Auch heutzutage gibt es eine gewisse Aktivität, die Temperaturen messen an mancher Stelle 400° C wenige Meter unter der Erdoberfläche. Man kann in speziellen Restaurants sogar sein Steak auf Lavagestein braten lassen.

In dieser spektakulären Landschaft befindet sich das Weinanbaugebiet La Geria, ein Naturschutzgebiet, welches von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde, mit tausenden kleinen Kratern. Hochinteressant ist die Art des Weinanbaus: die Reben werden in kleine Gruben gesetzt, die zum Schutz gegen Wind mit Mauern umgeben sind und mit schwarzer Vulkanasche (Lapilli) aufgefüllt werden. Hier wird in erster Linie für die Spezialität der Kanaren Malvasía und Moscatel-Wein angebaut. Die „Lava-Nester“ sind ein außergewöhnlicher Anblick. Ein Abstecher in die Bodega “El Chupadero” zur Weinprobe oder Rast ist lohnend. Da es etwas abseits liegt, kann es mit den Touristen-Bussen nicht angefahren werden und man erlebt die Ursprünglichkeit bei gutem Wein, Essen und fantastischem Ausblick. Für Individualisten empfiehlt es sich, ein ländliches Ferienhaus auf Lanzarote anzumieten. Man bleibt unabhängig und kann sich bei Interesse auch einer geführten Wanderung auf Lanzarote, wie in den Reisebüros angeboten, anschließen.

Zwischen Uga und Masdache führt eine Abzweigung nach Tinajo. Dort befindet sich ein monumentaler Vulkan mit kleinem Krater des Montaña de las Lapas, den man hinabsteigen kann. Man erreicht ihn nach einem halbstündigen Spaziergang über trocknes Lavagestein, auf welchem Moose und Flechten versuchen, das Land zurück zu erobern. Weiter über die Lavafelder kommt man zum Guardilama (603 m). Hier hat man einen überwältigenden Ausblick über die Feuerberge und den Timanfaya-Nationalpark. Diesen sollte man unbedingt bewandern, allerdings ist nur ein Küstenstreifen für die individuelle Begehung durch die Parkbehörde freigegeben, den Park besichtigt man mit einer der geführten Wanderungen. Es gibt auch die Möglichkeit, das Gebiet mittels Dromedar zu durchschreiten oder profan mit dem Bus zu fahren.

Es ist ein unvergleichliches Farbspiel, welches tagtäglich geboten wird: wüstenähnliche Landschaft, eingestürzte Lavatunnel und erkaltete Lavamasse, zu bizarren Formen erstarrt, rote Buchten und grüne Lagunen erschaffen ein Bild der Unwirklichkeit. Die gigantische Kulisse wird Ihnen den Atem rauben.

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