Reisebericht über das unbekannte Krakau

Wochenend- Urlaub 2010  in Krakau, welches sich an der oberen Weichsel im südlichen Polen, rund 250 km südlich der Landeshauptstadt Warschau befindet. Noch heute wird die zweitgrößte Stadt als heimliche Hauptstadt Polens bezeichnet.

Im Cafe Noworolski in den Arkaden der Tuchhallen, wo schon Lenin sich mit Vorliebe aufhielt, schwelgt auch der Heutige Gast bei Sahnetorte und Kaffee. Für die Polen zählen diese Genussoasen eindeutig zu den besten Überbleibseln aus der Habsburger Zeit. Wer im grünen oder roten Salon den Chremekuchen von Wadowice- dem Geburtsort des Papstes- bestellt, bekommt eine süße Verführung aus Blätterteig mit Vanillefüllung serviert.

Bunte Souvenirs und kreatives Kunsthandwerk gibt es heute in den ehemaligen Tuchkramläden auf dem Krakauer Marktplatz zu kaufen.
Wer über Europas größten, mittelalterlichen Platz (40.000 Quadratmeter) flaniert, wird neben stolzen Patrizierhäusern und Cafes auch ein ganz besonderes akustisches Erlebnis haben. Denn zu jeder vollen Stunde ertönt vom Turm der Marienkirche die Trompetenmelodie „Hjnal“. Sie erinnert an das Jahr 1241, als ein tapferer Turmwächter die Krakauer vor den herannahenden Mongolen warnen wollte, und dabei von einem Pfeil durchbohrt wurde und starb.

Mit dem berühmten Spielberg-Film „Schindlers Liste“ rückte 1993 das alte jüdische Viertel Kazimierz in den Fokus der Öffentlichkeit von Krakau und Polen. Die originale Kulisse der engen , verwinkelten Gassen, alten Häuser und Synagogen verlieh den dramatischen Szenen ihre wertvolle Authentizität. Auch jenseits der Weichsel im Stadtteil Podgorze wurde im einstigen jüdischen Ghetto gedreht. Dort steht noch die legendäre Emaillefabrik, wo Schindler seine Schützlinge beschäftigt und somit vor dem Tod bewahrt hat.

Im Untergrund von Krakau steppt nachts der Bär. Das weitläufig verzweigte mittelalterliche Kellergewölbe ist ein beliebter Treffpunkt für die rund 170000 Studenten und andere Nachtschwärmer. Hier ist Platz für trendige Kneipen und Bars. Rund 150 Lokale werden es schon sein, zu denen man über abgewetzte Steintreppen hinuntersteigt. Schwungvolle Rhythmen professioneller Jazz-Musiker und rockige Pianisten heizen dort mächtig ein. Das tut auch der Wodka, das polnische Nationalgetränk, das entweder aus Getreide oder Kartoffeln gebrannt
wird. Zusätze wie Pfeffer, Limetten oder Bisongras variieren den Geschmack ganz nach Wunsch.

Auf Entdeckungstouren durch Krakau wird deutlich , dass hier die Vergangenheit nicht verdrängt wird.

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