Google Street View: Hilfreich bei der Reiseplanung?

Für alle die dem Unternehmen Google positiv gesonnen sind, war der 18. November 2010 ein spannender Tag, denn Google Street View ging an diesem Tag endlich an den Start. Wer nun Google Maps oder Google Earth benutzt, sieht Gebäude nicht nur aus der Vogelperspektive, sondern nun auch direkt aus der Straßenansicht. Bislang sind auf deutschem Raum zwanzig große Städte freigeschaltet, die mit Google Street View erfahrbar gemacht werden können.Für dieses Kartenmaterial musste Google einiges an Aufwand betreiben, da spezielle Fahrzeuge mit auf dem Dach installierten Kameras durch Deutschland fahren mussten und Wege und Fassaden der Häuser fotografierten.
Anders als in anderen Ländern stieß Street View in Deutschland auf heftigen Prozess, da viele Politiker den Datenschutz und die Privatsphäre der Bürger bedroht sahen. Google reagierte darauf schnell und ermöglichte es Anwohnern vor Veröffentlichung des Materials Einspruch gegen das virtuelle Zeigen ihres Hauses, Autos, oder auch der eigenen Person im Internet einzulegen. In diesem Fall wurde das Rohmaterial an der jeweiligen Stelle verpixelt und somit unkenntlich gemacht. Mehr als 244.000 Bürger nutzten diese Möglichkeit und stellten bei Google einen Antrag ihr Haus verpixeln zu lassen. Auch bei nachträglichen Antragstellungen ist es noch möglich die unerwünschten Bilder binnen weniger Stunden von Google bearbeiten zu lassen, sodass sie in der Ansicht nicht mehr erkennbar sind. Google setzte außerdem den sogenannten „Anonymisierungsautomatismus“ ein, um Gesichter von Passanten unkenntlich zu machen. Allerdings wies diese Funktion einige Schwachstellen auf und nicht bei jedem Gesicht klappte es wunschgemäß. Dafür wurden auch Gesichter auf Plakaten und Ähnlichem von diesem Automatismus betroffen, auch dann, wenn ein derartiger Effekt nicht gewünscht wurde.
Bei vielen Google-Anhängern stößt dieses „kleinkarierte“ Verhalten jedoch auf Unmut. So mancher reagierte bereits mit speziellen Websites darauf und startete Aktionen um verpixelte Wohnhäuser zurückzuholen. Auch Attacken mit faulen Eiern auf unkenntlich gemacht Häuser wurden ebenfalls schon in Essen gemeldet. Auch Immobilienmakler, die Street View idealerweise als Werbeoberfläche nutzen könnten, zeigten sich verärgert über die Verpixelung. Auf findedaspixel.de wird dazu aufgerufen verpixelte Häuser auf der Website zu „markieren“. Damit kann man denjenigen die Arbeit erleichtern, die das betreffende Haus selbst fotografieren wollen, um es als Bild im 2-D-Kartendienst Google Maps einzuspeisen.
In vielen Internetforen wird das Thema „Street View“ rege diskutiert und oftmals ist man sich nicht einig, ob die Welt diese neue Funktion nun braucht oder doch auch ohne dieses neuartige Feature auskommt. Bislang sind die deutschen Städte Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart, Wuppertal bei Google Maps als Street View verfügbar.Helena Schmidt (Helena.Schmidt@webmail.de)

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